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Eltern suchen sich andere Lösungen
01.12.2011 / Lokalausgabe


Autor: Matthias Schäfer

Sundern.

Kein positives Echo habe die Verschiebung der Entscheidung über die Schulstandorte in der Elternschaft und auch bei den Lehrern gehabt. Das hat Winfried Hellweg, Schulleiter der Verbundschule Endorf/Stockum dem Schulamt geschrieben. Am Dienstagabend diskutierte der Schulausschuss nochmals über die Terminierung einer Entscheidung.Dabei legte Schulamtsleiterin Ursula Schnelle die Beweggründe der Eltern dar: „Wir sind jetzt nach einem Jahr Verbund an einem Punkt angekommen, dass ein effizienter Schulunterricht an zwei Kleinst-Standorten nicht möglich ist“, schrieb ihr Olaf Lange, Schulpflegschaftsvorsitzender der Verbundschule Endorf/Stockum. Und verwies darauf, dass sich die Gesamtsituation nicht ändere, egal, was nun in Düsseldorf entschieden werde.

Auch Matthias Schulte-Huermann von den Grünen setzte auf eine zügige Entscheidung: „Ich sehe nicht, was sich in Düsseldorf ändern sollte.“ Er hielt fest, dass man nicht nur nach der Schule, sondern auch nach der OGS schauen müsse: „Viele Eltern wollen oder sind schon nach Allendorf oder Sundern zu Marienschule abgewandert“, stützte er die Probleme, die Winfried Hellweg in seinem Schreiben an die Stadt genannt hatte. So werde das System von innen ausgehöhlt.

Dennoch möchte die CDU die Entscheidung verschieben bis verlässliche Daten für die Auslegung des neuen Schulgesetzes vorliegen:

„Jetzt eine Entscheidung zu treffen, kann man sich nicht erlauben. Uns sind auch die Problemfelder bewusst, doch es wäre fahrlässig ohne die Fakten aus Düsseldorf zu entscheiden“, machte Günter Martin die Meinung der CDU klar. Bürgermeister Detlef Lins sah aber auch, dass man „nicht bis zum St.-Nimmerleins-Tag warten“ könne.

Die SPD teilt diese Meinung, aber nur wenn es um die Daten aus Düsseldorf angeht: „Wir möchten aber den eigentlichen Prozess weiterführen. Es bleibt uns doch wenig Spielraum.“ Und zu dem Statement aus den Verbundschulen fügte er selbstkritisch hinzu: „Die Eltern sind offensichtlich weiter als wir hier.“

Die Meinung, noch etwas zu warten, teilt auch Schulamtsleiterin Ursula Schnelle: „Wir wollen doch eine zukunftsträchtige Entscheidung für die nächsten zehn bis 15 Jahre fällen. Dann gibt es nichts anderes, als auf die Daten aus Düsseldorf zu warten.“ Sie könnten möglicherweise noch vor Weihnachten kommen, ansonsten sofort Anfang des Jahres. „Es wird in jedem Fall etwas kommen, was die wohnortnahe Schule stärkt“, so interpretierte Stefan Lange von der CDU den Entschließungsantrag zum neuen Schulgesetzt im Land: „Ob es dann unsere Standort rettet, werden wir sehen.“

Die Situation sah letztlich die FDP-Ratsfrau Dorothee Thiele ganz kritisch: „Wir haben keine Lehrer mehr, es werden schon Studenten aus der Ausbildung abgezogen. Wir haben auch keine Kinder mehr, und erst recht kein Geld, um mehrere Standort zu haben.Wir sollten uns auf eine vernünftige pädagogische Arbeit konzentrieren und nicht, ob fünf oder sieben Standorte gut sind.

Bei abschließenden Abstimmung gab es fünf Stimmen von SPD und Grünen für die sofortige Weiterführung der Diskussion und eine Entscheidungsfindung, CDU und FDP stimmten für ein Abwarten bis Lenkungsdaten vorliegen.

Zitat: Wir sind jetzt nach einem Jahr Verbund an einem Punkt angekommen, dass ein effizienter Schulunterricht an zwei Kleinst-Standorten nicht möglich ist. Olaf Lange

Zitat: Die Eltern sind offensichtlich weiter als wir hier.“ Rene Krane