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„Geist-Erfahrer“ auf dem Weg nach Werl
09.06.2011 / Lokalausgabe

Autor: Volker Dörken

Werl/Sundern.

Sie sind keine „Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ und schon gar keine Hells Angels auf der „Stairway to heaven“. Der „Treppe zum Himmel“, die -– intoniert von der Rockgruppe Led Zeppelin – zum Kult-Hit (nicht nur bei Zweiradfreaks) wurde. Die Motorrad-Fans, die am Pfingstmontag, 13. Juni, zur Pilgerfahrt nach Werl aufbrechen, sind nach ihrer eigenen Charakterisierung nämlich eher echte „Geist-Erfahrer“.

„Das gibt ein knatterndes Wallfahrts-Jubiläum“, freut sich Wolfgang Koch, einer der Mitorganisatoren vom Dekanat Hellweg. Denn im 350. Jahr der Werler Wallfahrt organisieren die Franziskaner erstmals eine groß angelegte Motorrad-Pilgertour zur Wallfahrtsbasilika.

„Bei der Vorbereitung des Jubiläumsjahres ist uns gemeinsam die Idee zu der Motorradwallfahrt gekommen“, erinnert sich Wolfgang Koch. Bei Pater Ralf Preker, Guardian der Franziskaner und gleichzeitig Wallfahrtsleiter, stießen die Organisatoren auf offene Ohren, denn gerade unter den Bikern gebe es die unterschiedlichsten Zielgruppen. Wolfgang Koch: „So habe ich zum Beispiel mit der Arbeitsgemeinschaft christ­liche Motorradfahrer tolle Erfahrungen gesammelt.“ Eine davon sei die Fahrt zum ökumenischen Kirchentag gewesen, zu der er gemeinsam mit Kollegen aus Rüthen und Bielefeld eingeladen hatte.

Auch wenn die Lederkluft der Biker, die der Sicherheit dient, oft bei Außenstehenden auf Ablehnung stoße, so gebe es doch gerade unter den Motorradfahrern viele nachdenkliche Menschen.

Wer mit seiner Maschine durch die Natur rolle, die trockenen Getreidefelder und den feuchten Wald im doppelten Sinne erfahren könne, sei Gott sehr nah. Wolfgang Koch: „Ich vergleiche das Motorradfahren immer mit dem Leben – du musst Rücksicht nehmen, aufmerksam sein, stets deine Mitmenschen im Blick haben und unvorhergesehene Kurven mit der nötigen Umsicht bewältigen. Wenn du zu schnell, rücksichtslos oder unvorsichtig bist, fliegst du aus der Bahn und landest im ­Graben.“

Deshalb sei das „Pilgern mit PS“ auch keine unnötige Aufwertung des Motorradfahrens, wie es einige Kritiker meinen. Wolfgang Koch: „In dem ökumenischen Gottesdienst, der am Pfingstmontag um 15 Uhr vor der Werler Wallfahrtsbasilika beginnt, wird gerade viel von Rücksicht und Verantwortlichkeit, aber auch Freiheit die Rede sein. Das ist das Gegenteil von einem Plädoyer für hirnloses Rasen über Landstraßen.“

Das bestätigt auch Wolfgang Lückenkemper von der Kreispolizei in Soest. In der Vergangenheit hat er bereits an mehreren Motorrad-Meetings teilgenommen, die ab Anfang 2000 von Pastor Uli ­Hölterhinken im nahen Welver organisiert wurden: „Das waren immer wunderbare Treffen.“

Und ebenso wunderbar soll es am Pfingstmontag in Werl werden, wenn die Sternfahrt der Biker unter dem Leitthema „Moto Maria“ aus vier Himmelsrichtungen in die Hellwegstadt führt. Um 13 Uhr treffen sich die Teilnehmer an folgenden Punkten:

West – Kirchplatz Bonifatius, Lambergstraße 33, 44289 Dortmund-Lichtendorf;

Nord – Marienplatz, Thuerstraße 25, 59269 Beckum;

Ost – Wallfahrtskapelle „Zum Brünneken“, 33154 Salzkotten-Verne;

Süd – Kirchplatz St. Sebastian, Sebastianstraße 10, 59846 Sundern-Endorf.

Tour-Guides aus dem Vorbereitungsteam erwarten die motorisierten Pilger an den jeweiligen Standpunkten zu einer kurzen Station. Nach dem ökumenischen Gottesdienst vor der Wallfahrtsbasilika schließt sich ein Korso rund um Werl an. Polizeipressesprecher Wolfgang Lückenkemper, dessen Biker-Gottesdienste immer mit dem Easy-Rider-Rocksong „Born to be wild“ endeten, orakelt über das Treffen der Geist-Erfahrer: „Die Mutter Gottes breitet ihren Mantel aus, und alle Motorradfahrer werden wohl behütet heimkehren.“

Zitat: Ich vergleiche das Motorradfahren immer mit dem Leben. Wolfgang Koch

Bild 1:

Auf Pilgertour: Thomas Mehr, Wolfgang Koch, Werner Vedder, Christa Mertens, Ralf Thelen und Pater Ralf Preker (von links nach rechts).